Spondyloarthritiden

Die Spondyloarthritiden sind durch eine Entzündung der Wirbelsäule mit der Tendenz zur Verknöcherung charakterisiert. Neben der Wirbelsäule können auch insbesondere größere Gelenke der unteren Extremität betroffen sein. Zu den Spondyloarthritiden werden unter anderem auch die reaktive Arthritis, Entzündungen der Wirbelsäule bei chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn/Colitis ulcerosa) und der Schuppenflechte gezählt. Während bei der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) die Entzündung der Sakroiliakalgelenke bereits im konventionellen Röntgen darzustellen ist, gelingt dieses bei der nicht-radiographischen Axialen Spondyloarthritis nicht.

Ursache

Ein Auslöser für die Entwicklung der Spondyloarthritis konnte bisher nicht identifiziert werden. Sicher ist, dass ein Großteil der Patienten einen bestimmten genetischen Marker (HLA-B27) aufweist. Dieses betrifft jedoch 5-10% der Normalbevölkerung wobei nur ca. 5-10% der Patienten die diesen Marker aufweisen eine Spondyloarthritis entwickeln. Damit stellt dieser Marker keine alleinige Ursache dar, ist jedoch ein Indiz bei dem Verdacht auf eine Spondyloarthritis. Im Rahmen einer reaktiven Arthritis geht der Entwicklung der Gelenkentzündungen häufig eine Infektion des Magen-Darm-Trakts oder des Urogenitalsystem voraus.

Im Gegensatz zur Rheumatoiden Arthritis oder Schuppenflechts-Arthritis findet sich etwas häufiger eine positive Familienanamnese.

Klinik

Die Spondyloarthritiden sind durch tiefsitzende Rückenschmerzen mit nächtlicher/morgendlicher Betonung gekennzeichnet. Während beim degenerativen Rückenschmerz häufig eine Belastungsabhängigkeit der Schmerzen besteht, sind die Schmerzen bei der Spondyloarthritis durch Bewegung deutlich zu verbessern. Häufig besteht ein deutlich gebessertes Beschwerdebild abends. Neben der Entzündung der Wirbelsäule ist nach einer Entzündung des Magen-Darm-Traktes (Morbus Crohn/Colitis ulcerosa), einer Schuppenflechte und nach Augenentzündungen (Uveitis) zu fahnden.

Therapie

Die Standardtherapie der Spondyloarthritis besteht aus physiotherapeutischen Maßnahmen um die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu verbessern bzw. zu erhalten.

Medikamentös gilt die Therapie mit NSAR als Standardtherapie wobei diese Medikamente bei dieser Erkrankung nicht nur Schmerzmedikamente darstellen sondern als entzündungshemmendes Therapeutikum eingesetzt werden. Erst bei Versagen dieser Therapie wird bei führender Wirbelsäulenbeteiligung auf eine biologische Therapie zurückgegriffen (TNF-α-Blockade, Secukinumab). Im Falle einer führenden Gelenkbeteiligung außerhalb der Wirbelsäule gilt Sulfasalazin als Standard-Therapie.

Prognose

Die Prognose der Spondyloarthritis ist abhängig vom Diagnosezeitpunkt. Im Falle einer frühzeitigen Diagnose und damit Therapieeinleitung kann die Wirbelsäulen-Beweglichkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit aufrechterhalten werden. Hierbei sind insbesondere physiotherapeutische Therapien maßgeblich.

Extraartikuläre Manifestation wie rezidivierende Augenentzündungen oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind auszuschließen und gegebenenfalls gesondert zu therapieren.