Corona-Virus / COVID-19 / Impfung & Rheuma (letztes Update 15.01.2022) 

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 halten wir es für wichtig, Sie als Patienten zeitnahe und fundiert zu informieren. Das SARS-CoV-2 verursacht die als COVID-19 bezeichnete Infektionserkrankung. Es ist uns wichtig und zugleich schwierig, dem Thema die berechtigte Aufmerksamkeit zu widmen, ohne zu Verunsicherungen oder gar für Hysterie zu sorgen.

FAQ     COVID-19 & Infektion 

Pressemitteilung DGRh: Risiken bei Rheuma und COVID-19 untersucht

Die Mehrzahl der Rheumamedikamente ist auch bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 sicher einsetzbar. Einige Wirkstoffe scheinen sogar vor schweren Verläufen der COVID-19-Erkrankung zu schützen. Einzelne Medikamente gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen stehen jedoch im Zusammenhang mit komplizierten Verläufen. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) zu Risikofaktoren schwerer COVID-Verläufe. Die DGRh weist darauf hin, dass die Ergebnisse sorgfältig interpretiert werden müssen. PatientInnen sollten sich immer individuell mit ihren behandelnden RheumatologInnen beraten und keinesfalls Medikamente selbständig absetzen. Eine hohe Impfrate bleibt auch für Menschen mit Rheuma der wichtigste Schutz vor einem schweren Verlauf einer COVID-19 Erkrankung.

Medikamente gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen beeinflussen das Immunsystem. Einige erhöhen die Infektanfälligkeit. Dies kann auch den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung beeinflussen. Deshalb untersuchten PD Dr. med. Anne Regierer und Dr. rer. nat. Martin Schäfer vom Programmbereich Epidemiologie am DRFZ und Dr. med. Rebecca Hasseli, Koordinatorin des COVID19-Rheuma Registers der DGRh, die Daten von 2.274 Patienten mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung und einer SARS-CoV-2-Infektion. Das Register ist ein gemeinsames Projekt der DGRh und der Universität Gießen, dort geleitet von Prof. Dr. med. Ulf Müller-Ladner. Die Kommission COVID-19-Register der DGRh wertet die Registerdaten kontinuierlich aus. Auch die aktuelle Studie von Dr. Regierer ist im Rahmen dieser Kommissionstätigkeit entstanden.

Die Forschenden des DRFZ und der DGRh kategorisierten schwere Verläufe in drei Gruppen: ambulant behandelt (1), stationär aufgenommen (2) und invasiv beatmet oder verstorben (3). „Bei der großen Mehrheit verlief die Infektion glücklicherweise unkompliziert“, berichtet Dr. Hasseli. Dies waren 78 Prozent. Leider verstarben 83 PatientInnen an COVID-19, dies sind 3,6 Prozent der zu diesem Zeitpunkt im Register Erfassten.

„Für die RheumapatientInnen zeigte sich“, so Dr. Regierer, „dass wie bei nicht von Rheuma Betroffenen schwere Verläufe oft mit höherem Alter, männlichem Geschlecht und zusätzlich bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.“ Erheblichen Einfluss nehme aber auch die Aktivität der rheumatischen Erkrankung: PatientInnen mit einer mittleren bis hohen Krankheitsaktivität hatten ein deutlich höheres Risiko für einen schwereren COVID-19-Verlauf als solche mit „stabiler“ Erkrankung. Bei PatientInnen, die eine hohe Krankheitsaktivität hatten und zusätzlich auch Glukokortikoide einnahmen, war das Risiko für einen komplizierten Infektionsverlauf noch höher.

In der Gruppe der so genannten Immunsuppressiva, die zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen eingesetzt werden, gingen einzelne etwas häufiger mit einem schwereren COVID-19 Verlauf einher, andere wiederum nicht. Die Analyse der einzelnen Substanzen ergab aus Sicht der ExpertInnen interessante Unterschiede: während das Biologikum Rituximab mit einem schwereren Verlauf von COVID-19 assoziiert war und die so genannten JAK-Inhibitoren dieses Risiko moderat zu erhöhen scheinen, waren die häufig eingesetzten TNF-Inhibitoren dagegen eher mit einem milderen Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion assoziiert. „Wir müssen diese Daten umsichtig interpretieren, da es sich um eine Querschnittserhebung handelt, die keine unmittelbaren Schlüsse im Sinne von wenn-dann zulässt“, betont Prof. Dr. med. Christof Specker, Vorstandsmitglied der DGRh und Sprecher der Kommission. So kommen etwa JAK-Inhibitoren und auch Rituximab häufiger bei komplizierteren Rheuma-Verläufen zum Einsatz.

Als Fazit aus dieser Arbeit zieht Dr. Regierer, dass die von vielen Menschen mit Rheuma eingenommenen TNF-Inhibitoren bei einer COVID-Infektion sicher sind. Sie könnten evtl. sogar vor schweren Verläufen schützen. Das wichtigste bleibe die Kontrolle der Krankheitsaktivität. Deshalb sollten Betroffene auch auf keinen Fall Medikamente selbständig absetzen. Die behandelnden RheumatologInnen müssen die Therapie sorgfältig abwägen. Hierzu zählt auch die konsequente Aufklärung über die Impfung und eine möglichst hohe Impfrate unter RheumapatientInnen.

  

Quelle: Regierer AC, Hasseli R, Schäfer M, et al: TNFi is associated with positive outcome, but JAKi and rituximab are associated with negative outcome of SARS-CoV-2 infection in patients with RMD, Stand: 02.11.2021

Eine detaillierte Studie weist das maximale Risiko einer Coronainfektion für verschiedene Szenarien mit und ohne Masken aus

Sogar drei Meter Abstand schützen nicht. Selbst bei dieser Distanz dauert es keine fünf Minuten, bis sich eine ungeimpfte Person, die in der Atemluft eines Corona-infizierten Menschen steht, mit fast 100prozentiger Sicherheit ansteckt. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist: Wenn beide gut sitzende medizinische oder noch besser FFP2-Masken tragen, sinkt das Risiko drastisch. Wie gut, welche Masken bei welcher Trageweise schützen, hat ein Team des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen in einer umfassenden Studie untersucht. Dabei bestimmten die Forschenden für zahlreiche Situationen das maximale Infektionsrisiko und berücksichtigten einige Faktoren, die in ähnlichen Untersuchungen bislang nicht einbezogen wurden.

Wie groß die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist, hat auch das Göttinger Team überrascht. „Wir hätten nicht gedacht, dass es bei mehreren Metern Distanz so schnell geht, bis man aus der Atemluft eines Virusträgers die infektiöse Dosis aufnimmt“, sagt Eberhard Bodenschatz, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Denn auf diese Distanz hat sich die Atemluft schon kegelförmig im Raum verbreitet; entsprechend verdünnt werden die infektiösen Partikel. Die besonders großen und damit besonders virusreichen Partikel fallen zudem schon nach einer kurzen Strecke durch die Luft zu Boden. „Trotzdem haben wir in unserer Studie auch in drei Metern Entfernung noch ein enormes Ansteckungsrisiko festgestellt, wenn man Infizierten mit einer hohen Viruslast, wie sie bei der vorherrschenden Delta-Variante des Sars-CoV-2-Virus auftritt, für ein paar Minuten begegnet und keine Maske trägt“, sagt Eberhard Bodenschatz. Und solche Begegnungen sind etwa in Schulen, Gaststätten, Clubs oder gar im Freien unvermeidbar.

Gut sitzende FFP2-Masken senken das Risiko mindestens in den Promillebereich

So hoch das Infektionsrisiko ohne Mund-Nasenschutz auch ist, so effektiv schützen medizinische oder FFP2-Masken. Die Göttinger Studie untermauert, dass FFP2- oder KN95-Masken infektiöse Partikel besonders wirkungsvoll aus der Atemluft filtern – vor allem wenn sie an den Rändern möglichst dicht abschließen. Tragen sowohl die infizierte als auch die nicht-infizierte Person gut sitzende FFP2-Masken, beträgt das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz kaum mehr als ein Promille. Sitzen ihre Masken schlecht, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion auf etwa vier Prozent. Tragen beide gut angepasste OP-Masken, wird das Virus innerhalb von 20 Minuten mit höchstens zehnprozentiger Wahrscheinlichkeit übertragen. Die Untersuchung bestätigt zudem die intuitive Annahme, dass für einen wirkungsvollen Infektionsschutz vor allem die infizierte Person eine möglichst gut filternde und dicht schließende Maske tragen sollte.

Die Ansteckungswahrscheinlichkeiten, die das Max-Planck-Team ermittelt hat, geben jeweils die obere Grenze des Risikos an. „Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sicherlich 10- bis 100-mal kleiner“ sagt Eberhard Bodenschatz. Denn die Luft, die an den Rändern aus der Maske strömt, wird verdünnt, sodass man nicht die gesamte ungefilterte Atemluft abbekommt. Das haben wir aber angenommen, weil wir nicht für alle Situationen messen können, wieviel Atemluft eines Maskenträgers bei einer anderen Person ankommt, und weil das Risiko so konservativ wie möglich berechnen wollten“, erklärt Bodenschatz. „Wenn unter diesen Bedingungen sogar das größte theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite.“ Für den Vergleichswert ohne den Schutz einer Maske fällt der Sicherheitspuffer jedoch deutlich kleiner aus. „Für eine solche Situation können wir die Virusdosis, die eine ungeschützte Person einatmet, mit weniger Annahmen bestimmen“, sagt Mohsen Bagheri, der als Forschungsgruppenleiter  am  Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation an der aktuellen Studie maßgeblich beteiligt war.

„Maske-Tragen an Schulen ist eine gute Idee“

Das Göttinger Team hat bei seinen Berechnungen des Ansteckungsrisikos einige Faktoren berücksichtigt, die in vergleichbare Abschätzungen bislang nicht eingeflossen sind. So haben die Forschenden untersucht, wie ein schlechter Sitz der Maske den Schutz schwächt und wie sich das verhindern lässt. „Die Membranen von FFP2- oder KN95-Masken, aber auch von manchen medizinischen Masken filtern extrem effektiv“, sagt Mohsen Bagheri. „Das Ansteckungsrisiko wird dann von der Luft, die an den Rändern der Maske aus- und einströmt dominiert.“ Dazu kommt es, wenn der Rand der Maske nicht dicht am Gesicht anliegt. In aufwendigen Versuchen haben Bagheri, Bodenschatz und ihr Team gemessen, in welcher Größe und Menge Atempartikel an den Rändern unterschiedlich gut sitzender Masken vorbeiströmen. „Eine Maske lässt sich an die Gesichtsform hervorragend anpassen, wenn man ihren Metallbügel vor dem Aufsetzen zu einem abgerundeten W biegt“, sagt Eberhard Bodenschatz. „Dann gelan

Das Team hat zudem bedacht, dass Tröpfchen, die Menschen beim Atmen oder Sprechen verbreiten, in der Luft trocknen und leichter werden. Dadurch bleiben sie länger in der Luft, haben jedoch eine erhöhte Viruskonzentration verglichen mit den Tröpfchen direkt nach Austritt. Beim Einatmen passiert wiederum das Gegenteil: Die Partikel nehmen wieder Wasser auf, wachsen wie ein Tropfen in der Wolke und bleiben daher leichter in den Atemwegen hängen.

Auch wenn die detaillierte Analyse der Göttinger Max-Planck-Forscher zeigt, dass dicht abschließende FFP2-Masken im Vergleich zu gutsitzenden OP-Masken 75 mal besser schützen und die Trageweise einer Maske einen deutlich Unterschied macht: Auch medizinische Masken reduzieren das Ansteckungsrisiko schon deutlich im Vergleich zu einer Situation ganz ohne Mund-Nasenschutz. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen in der Pandemie eine Maske tragen“, sagt Mohsen Bagheri. Und Eberhard Bodenschatz ergänzt: „Unsere Ergebnisse zeigen noch einmal, dass das Maske-Tragen an Schulen und auch generell eine gute Idee ist.“

Quelle: MPG

Die längerfristigen gesundheitlichen Schäden einer COVID-19-Erkrankung, bezeichnet meistens durch die Begriffe „Long COVID“, „Post-COVID-19-Syndrom“ oder „post-acute COVID-19“, umfassen Beeinträchtigungen von körperlicher und psychischer Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, die im Zusammenhang mit der in der Vergangenheit stattgefundenen COVID-19-Erkrankung stehen. Die Beeinträchtigungen tauchen entweder in der akuten Erkrankungsphase auf und bleiben längerfristig bestehen, oder sie treten erst im Verlauf von Wochen und Monaten nach der Infektion auf. Eine einheitliche klinische Definition gibt es bislang noch nicht, weil über sehr unterschiedliche Symptome berichtet wird, die allein oder auch in Kombination auftreten und von sehr unterschiedlicher Dauer sein können.

Bei der Definition von Long COVID hilft eine zeitliche Unterteilung in 3 Phasen, die auf eine Empfehlung des britischen Nationalen Instituts für Gesundheit und klinische Exzellenz New Link(NICE) zurückgeht: akute COVID-19-Krankheitsphase (COVID-19-Symptome bis 4 Wochen nach vermuteter oder nachgewiesener akuter COVID-19-Erkrankung), subakute Krankheitsphase (fortbestehende COVID-19-Symptome Woche 4 bis Wochen 12 nach Symptombeginn) und „Post-COVID-19-Syndrom“ (Symptome, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung oder auch danach aufgetreten sind, mehr als 12 Wochen nach Erkrankung noch vorliegen und nicht anderweitig erklärt werden können), siehe dazu auch das entsprechende Review in Nature Medicine. Der Begriff „Long COVID“ wird häufig verwendet, um Gesundheitsprobleme und Symptome zu beschreiben, die jenseits der akuten Krankheitsphase von 4 Wochen fortbestehen oder auch neu auftreten. Somit umfasst „Long COVID“ sowohl im Anschluss an eine COVID-19-Erkrankung 4 bis 12 Wochen nach Symptombeginn noch bestehende Symptome als auch das oben definierte „Post-COVID-19-Syndrom“.

Der Einfachheit halber verwenden wir in dieser FAQ den Begriff der „gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19“ und beziehen uns auf Anzeichen und Symptome, die sich während oder nach einer COVID-19-Erkrankung entwickeln, längere Zeit anhalten und nicht durch eine anhaltende Infektion (PCR nachgewiesen) oder alternative Diagnose erklärt sind. Menschen, die nach einer COVID-19-Erkrankung an so definiertem Long COVID leiden, sind nicht ansteckend.

Wer Corona-typische Symptome hat, soll einen Test durchführen lassen. Wenn dieser positiv ausfällt, muss sich die infizierte Person für 14 Tage zu Hause isolieren, um niemanden anzustecken. Diese Pflicht gilt auch für Haushaltsangehörige. Sie gilt nicht erst, wenn das Gesundheitsamt die Isolation anordnet, sondern sobald die Infektion bekannt wird.

Änderung Kontaktnachverfolgung

Im beginnenden dritten Jahr der Corona-Pandemie sind viele Vorgehensweisen und Verhaltensregeln schon bekannt. Alle Maßnahmen zielen darauf, im Falle einer Infektion möglichst keine weiteren Personen anzustecken. Einige Regelungen im Umgang mit Infektionsfällen wurden an die mittlerweile weiterentwickelte Lage angepasst. 

Die wichtigste Regel: Wer infiziert ist, muss zu Hause bleiben.

Bereits wenn Ihr Schnelltest positiv ausfällt, müssen Sie sich ‚absondern‘ – das bedeutet, dass Sie zu Hause bleiben und alle Kontakte vermeiden müssen. Es könnte schließlich sein, dass Sie tatsächlich infiziert sind. Um das zu klären, muss ein PCR-Test gemacht werden, der in einem Labor ausgewertet wird und Klarheit schafft. Wenn das Ergebnis negativ ausfällt, sind Sie nicht infiziert und dürfen wieder Ihrem Alltag nachgehen. Wird allerdings eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus nachgewiesen, ist der Befund also positiv, müssen Sie weiterhin zu Hause bleiben. Dazu sind Sie verpflichtet – auch ohne, dass das Gesundheitsamt Sie ausdrücklich dazu auffordert. Wer zu Hause bleibt und möglichst keine anderen Menschen trifft, kann auch niemanden anstecken. Die Isolation dient dazu, dass Sie das Virus nicht weitergeben und nicht Menschen aus Ihrem Umfeld infizieren, die wiederum andere infizieren würden. Diese Pflicht, sich zu isolieren, ergibt sich daher aus dem gesunden Menschenverstand. Sie ist aber auch rechtlich geregelt. Die hamburgische Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus bestimmt diese Pflicht in § 35 Abs. 2. 

Auch die Haushaltsangehörigen müssen sich isolieren. Geimpfte sind ausgenommen.

Auch wenn Sie keine Besuche empfangen und sich nicht mit anderen Menschen treffen dürfen, sind manche Kontakte möglicherweise nicht völlig zu vermeiden: Familienmitglieder, mit denen Sie in einem Haushalt leben, sind beispielsweise dennoch von einer Ansteckung gefährdet. Selbst, wenn sie nicht erkranken, könnten sie das Virus aus dem Haushalt heraus tragen und zum Beispiel in der Schule oder an der Arbeitsstätte verbreiten und andere anstecken. Weil nicht auszuschließen ist, dass neue Varianten des Corona-Virus sogar noch ansteckender sein könnten als bisherige Varianten, gilt grundsätzlich: Auch alle Haushaltsangehörigen von Infizierten müssen sich isolieren. Diese Pflicht ergibt sich unmittelbar aus der Pflicht zur Isolation der infizierten Personen – auch, ohne dass dies gesondert angeordnet wird. Sie gilt allerdings nicht für Geimpfte oder Genesene, also Personen, die selbst eine Infektion durchgemacht haben und bei denen das Ende der Infektion höchstens sechs Monate zurückliegt. 

Informieren Sie Menschen in Ihrem Umfeld, die Sie angesteckt haben könnten.

Möglicherweise hatten Sie in den Tagen, bevor die Infektion bei Ihnen nachgewiesen wurde, engen Kontakt zu anderen Menschen. Beispielsweise, wenn Sie längere Zeit ohne Maske mit jemanden in einem Raum verbracht haben, könnte eine Ansteckung geschehen sein. Informieren Sie Menschen, auf die das zutrifft. So können die Betroffenen besonders aufmerksam sein, ob sie Anzeichen einer Erkrankung verspüren, und gegebenenfalls regelmäßige Schnelltests durchführen, um eine Infektion möglichst früh zu erkennen. Außerdem sollten Sie das positive Ergebnis auch in die Corona-Warn-App eingeben. So können Menschen, die in ihrer Nähe waren, anonym über eine Ansteckungsgefahr gewarnt werden. 

Das Ende der Quarantäne.

Wenn keine Symptome mehr vorliegen, endet die Pflicht zur Isolation spätestens nach 14 Tagen. Sollten bereits vorher keine Symptome mehr bestehen, kann die Absonderung auch früher beendet werden, wenn Sie das wünschen. Dafür müssen Sie einen Test durchführen, der beweist, dass Sie nicht mehr infiziert sind. Dieser Test darf frühestens fünf Tage nach dem positiven Test zu Beginn der Absonderung durchgeführt werden. Dafür muss auf eigene Kosten ein PCR-Test gemacht werden und negativ ausfallen. Wenn bereits mindestens sieben Tage vergangen sind, können Sie stattdessen auch einen Schnelltest durchführen. Wenn dieser negativ ausfällt, endet die Quarantäne ebenfalls.

Sollten jedoch noch Symptome bestehen, sollten Sie sich durch eine Ärztin, einen Arzt untersuchen lassen. Wenn die Infektion noch weiter besteht, dauert auch die Isolationspflicht länger an. 

Für Ihre Unterlagen erhalten Sie einen Bescheid durch das Gesundheitsamt.

Üblicherweise meldet sich das Gesundheitsamt nach einem positiven Laborbefund bei Ihnen. Eine Kontaktaufnahme erfolgt dann meist zuerst telefonisch. Dieser Anruf dient vor allem dazu, das weitere Vorgehen mit Ihnen zu besprechen und mögliche Fragen zu klären. Im Nachgang erhalten Sie außerdem einen schriftlichen Bescheid. Dieser ist vor allem für Ihre Unterlagen bestimmt. Sie können damit u.a. nachweisen, dass Sie Ihre Arbeitsstätte nicht aufsuchen durften oder weshalb Sie möglicherweise bestimmte Termine nicht wahrnehmen konnten.

Das Gesundheitsamt wird üblicherweise allerdings nicht alle Kontaktpersonen ermitteln und einzeln kontaktieren: Da die meisten Erwachsenen in Hamburg geimpft sind, wird ohnehin nicht standardmäßig eine Quarantäne für sie verhängt. Für Kontaktpersonen von Infizierten ist es daher wichtig, sich selbst besonders aufmerksam zu beobachten und bei Symptomen testen zu lassen. Beim Auftreten besonderer Virenvarianten können andere Regeln gelten.

Wichtig für Sie zu wissen: Der Beginn und das Ende Ihrer Isolation ergeben sich nicht aus dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt. Auch, wenn Sie nicht am Tag des Erhalts Ihres positiven Testergebnisses angerufen werden, müssen Sie sich ab dem Zeitpunkt, zu dem Sie von der Infektion erfahren, zu Hause isolieren. Dann beginnt auch die 14-tägige Frist, nach der Sie die Isolation selbstständig beenden dürfen. 

Sonderfall Gemeinschaftseinrichtungen: Informationen der Einrichtung beachten.

Beispielsweise in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Schulen, Kitas oder Pflegeeinrichtungen kommen viele Menschen zusammen. Wenn es dort einen Ausbruch gibt – also nicht nur einen, sondern mehrere Infizierte –, könnten daher rasch viele Menschen betroffen sein. Aus diesem Grund gelten hier besondere Regeln. Die Gesundheitsämter konzentrieren sich mit Priorität auf diese Fälle und werden die Einrichtung dann eng betreuen. Möglicherweise erhalten Sie daher bei Infektionsfällen eine Information durch die Einrichtung, wie zu verfahren ist. Bitte beachten Sie dann diese Hinweise. 

Es gilt die allgemeine Regel, es sei denn, das Gesundheitsamt entscheidet anders.

Es kann besondere Situationen geben, beispielsweise, wenn sich die gesundheitliche Situation der infizierten Person verschlechtert und die Ärzte wichtige Nachfragen haben, wenn eine Quarantäne verlängert werden muss oder wegen des Verdachts auf bislang nicht verbreitete Varianten des Coronavirus zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Dann treffen die Fachleute im Gesundheitsamt möglicherweise darüber hinausgehende Entscheidungen. Diese gelten als behördliche Anordnung und müssen in jedem Fall beachtet werden. Das Gesundheitsamt kann in bestimmten Fällen allerdings auch kürzere Fristen festsetzen, oder die Quarantäne für bestimmte Personen aufheben, wenn das sinnvoll und erforderlich ist.

Quelle: https://www.hamburg.de/coronavirus/15727342/2021-12-27-sozialbehoerde-corona-aenderung-kontaktnachverfolgung/

Was versteht man unter Quarantäne und Isolierung - und wo liegt der Unterschied?

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht oder von Personen, die möglicherweise das Virus verbreiten können. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein, als auch freiwillig erfolgen. Die Quarantäne kann sich auf einzelne Personen in deren häuslichen Bereich beschränken oder auch die Bevölkerung einer ganzen Region betreffen. Dies geschieht über die maximale Dauer der Inkubationszeit – im Falle des Coronavirus also maximal vierzehn Tage.

Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Erkrankten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Je nach Schwere der Erkrankung kann diese sowohl zu Hause als auch im Krankenhaus erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach festgelegten Kriterien. In der Regel ist dies der Fall, wenn davon auszugehen ist, dass die Person nicht mehr ansteckend ist. Isolierung (oder auch Isolation) bedeutet eine räumliche Trennung von Erkrankten zu Gesunden, die in der Regel 10 Tage beträgt. Dadurch soll die Ansteckung von Gesunden vermieden werden. Die Isolierung kann im Krankenhaus erfolgen oder – solange die Symptomatik es zulässt, zuhause. Wenn Sie positiv auf COVID-19 getestet wurden, beachten Sie bitte die Hinweise, die das Robert Koch-Institut zur häuslichen Isolierung zusammenfast.

Stand: 26.11.2021


Muss ich, trotz vollständiger Impfung, bei einer Corona-Infektion in Quarantäne oder Isolierung?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch trotz vollständiger Corona-Schutzimpfung PCR-positiv wird, ist niedrig, aber nicht auszuschließen. Daher gilt auch für vollständig geimpfte Personen in besonderen Fällen eine Quarantäne- oder Isolierungspflicht. Vollständig geimpfte Personen, die aus einem Virusvariantengebiet einreisen, müssen sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das Robert Koch-Institut (RKI) informiert fortlaufend über die Quarantänepflicht nach Einreise aus Virusvariantengebieten.

Zudem erfolgt eine Isolierung erfolgt immer, wenn das Coronavirus nachgewiesen wurde, also ein entsprechender PCR-Test positiv ausgefallen ist. Wenn keine Krankheitszeichen auftreten, können sich vollständig geimpfte Personen nach fünf Tagen mittels eines PCR-Tests freitesten und die Isolierung beenden, vorausgesetzt der Test ist negativ. Bei leichten oder schweren Symptomen müssen vollständig Geimpfte für 14 Tage in Isolierung und können diese beenden, sobald sie einen negativen Antigentest vorweisen können.

Darüber hinaus hat das RKI seine Empfehlungen zur Quarantäne von Kontaktpersonen dahingehend angepasst, dass für symptomlose enge Kontaktpersonen mit einer vollständig abgeschlossenen Immunisierung eine Quarantänepflicht grundsätzlich nicht mehr erforderlich ist.

Stand: 06.12.2021


Was mache ich, wenn ich in Quarantäne bin und Lebensmittel benötige?

Häusliche Quarantäne bedeutet, dass man das Haus nicht verlassen darf. Eventuell besteht die Möglichkeit, Angehörige oder Nachbarn zu bitten, dies zu übernehmen. Hierbei gilt es allerdings unbedingt zu beachten, dass kein direkter Personenkontakt besteht und die Einkäufe zum Beispiel zur Abholung vor die Haustür gestellt werden. Einige große Supermarktketten bieten auch einen Lieferdienst an, welcher in der Zeit der Quarantäne ratsam ist. Einige Initiativen vermitteln ebenfalls Hilfesuchende mit Helfenden.

Stand: 17.11.2021


Was muss ich beachten, wenn das Gesundheitsamt bei mir eine Quarantäne anordnet?

Wenn Sie sich nach Kontakt mit einer infizierten Person in Quarantäne begeben müssen, werden Sie aufgefordert werden, ein Quarantänetagebuch zu führen. Dort müssen mögliche Symptome und die Körpertemperatur festgehalten werden. Auch allgemeine Aktivitäten und etwaige Kontakte zu weiteren Personen sollen in dem Tagebuch schriftlich festgehalten werden. Auf der Website des Robert Koch-Instituts steht eine Vorlage für ein „Tagebuch“ für Kontaktpersonen zu COVID-19-Fällen


Stand: 20.12.2021


Muss ich mich in Quarantäne begeben, bevor mein Testergebnis bekanntgegeben wird?

Wenn Sie einen Test gemacht haben, weil Sie zum Beispiel Krankheitszeichen bzw. Symptome einer Corona-Infektion haben oder Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hatten, sollten Sie zuhause bleiben und Kontakte zu anderen Menschen vermeiden, bis das Testergebnis eintrifft.

Mehr Informationen zum Thema können Sie auch unserem Artikel “Wann muss ich in Quarantäne, wann in Isolierung?" entnehmen.

Stand: 30.12.2021

FAQ     COVID-19 & Testung 

Die Stadt Hamburg setzt die neue Testverordnung des Bundes um. Seit dem 13.11.2021 sind daher die Schnelltests wieder einmal pro Woche kostenfrei. Für PCR-Tests gilt: grundsätzlich berechtigt nur ein positiver Schnelltest zu einem kostenlosen PCR-Test. Kontaktpersonen benötigen ein Schreiben eines Arztes/einer Ärztin oder des Gesundheitsamtes. Alle anderen müssen die Kosten für einen PCR-Test selbst tragen – auch bei roter Corona-Warn-App.

Ob Schnelltest oder PCR, kostenlos oder kostenpflichtig: Vereinbaren Sie einen Termin z.B. hier

FAQ     COVID-19 & Impfung

Beschluss der STIKO zur 16. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung

Die STIKO ändert ihre Empfehlung zur COVID-19-Auffrischimpfung hinsichtlich des Impfabstandes. Wie das Epidemiologische Bulletin 2/2022 ausführt, kann die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff für Personen ≥18 Jahre bereits ab dem vollendeten 3. Monat nach Abschluss der Grundimmunisierung verabreicht werden. Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen bis auf weiteres eine einmalige COVID-19-Impstoffdosis im Abstand von mindestens 3 Monaten zur Infektion erhalten. Wegen des höheren Risikos für einen schweren COVID-19-Verlauf sollen ältere oder vorerkrankte Personen bei den Auffrischimpfungen unbedingt bevorzugt berücksichtigt werden.

Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und empfiehlt, Personen unter 30 Jahren ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen – der Beschlussentwurf ist soeben in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren gegangen.

Auf Grundlage neuer Sicherheitsdaten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und weiterer internationaler Daten hat die STIKO ihre COVID-19-Impfempfehlung aktualisiert und empfiehlt, Personen unter 30 Jahren ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty zu impfen. Diese Empfehlung gilt sowohl für die Grundimmunisierung als auch für mögliche Auffrischimpfungen. Auch wenn zuvor ein anderer Impfstoff verwendet wurde, sollen die weiteren Impfungen mit Comirnaty erfolgen. Wenngleich bezüglich der Impfung von Schwangeren keine vergleichenden Sicherheitsdaten für Comirnaty und Spikevax vorliegen, empfiehlt die STIKO, dass Schwangeren unabhängig vom Alter bei einer COVID-19-Impfung Comirnaty angeboten werden soll.

Seit Einführung der COVID-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) ist bekannt, dass nach Verabreichung dieser Impfstoffe in seltenen Fällen Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen (Myokarditis und Perikarditis) bei jüngeren Personen auftreten. Aktuelle Meldeanalysen zeigen, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jungen und jungen Männern sowie bei Mädchen und jungen Frauen unter 30 Jahren nach der Impfung mit Spikevax häufiger beobachtet wurden als nach der Impfung mit Comirnaty. Für Menschen ab 30 Jahren besteht nach der Impfung mit Spikevax kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung.  

Nach den bisher vorliegenden Sicherheitsberichten ist der akute Verlauf von impfstoffbedingten Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen überwiegend mild. Das PEI beobachtet die Datenlage fortlaufend und informiert in seinen Sicherheitsberichten über alle in Deutschland gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen nach COVID-19-Impfung

Der Beschlussentwurf mit dazugehöriger wissenschaftlicher Begründung ist in dem vorgeschriebenen Stellungnahmeverfahren an die Bundesländer und die beteiligten Fachkreise gegangen. Änderungen sind daher noch möglich. Die endgültige Empfehlung der STIKO für die ausschließliche Impfung mit dem Impfstoff Comirnaty bei unter 30-Jährigen erscheint zeitnah im Epidemiologischen Bulletin.

 PRAKTISCHE EMPFEHLUNGEN

 1. Die Impfung gegen COVID-19 in der Schwangerschaft soll erfolgen. Die STIKO empfiehlt ab dem zweiten Trimenon mit mRNA-basiertem Impfstoff zu impfen. Auch Wöchnerinnen und Stillende sollen gegen COVID-19 geimpft werden. Eine Impfung gegen COVID-19 im ersten Trimenon oder perikonzeptionell ist keine Indikation für eine Schwangerschaftsbeendigung.  

2. Schwangeren wird die Einhaltung der allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen (Mund-Nasen-Schutz, Hygiene, Distanz) zur Expositions- und Infektionsprophylaxe empfohlen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während der Geburt muss im Einzelfall geprüft werden.

3. Bei SARS-CoV-2-positiven Schwangeren bzw.  nach durchgemachter SARS- CoV-2-Infektion werden ultrasonographische Verlaufskontrollen (Biometrie, Doppler, Fruchtwassermenge) in 2- bis 4-wöchentlichen Abständen sowie RR-Kontrollen empfohlen.

4. Die Applikation antenataler Steroide und Tokolytika bei drohender Frühgeburt soll indikationsgerecht erfolgen.

5. Eine Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin soll risikoadaptiert angewendet werden. Bei stationärer Behandlung ist eine Therapie angezeigt.

6. Weder eine SARS-CoV-2-Infektion noch die COVID-19-Erkrankung allein stellen eine Entbindungsindikation dar.  Eine relevante mütterliche respiratorische Beeinträchtigung kann eine Entbindung erforderlich machen.

7. Die vaginale Entbindung wird bei SARS-CoV-2-Infektion oder COVID-19- Erkrankung empfohlen.

8. Ein Screening auf SARS-CoV-2 aus geeignetem respiratorischem Material (z.B.  tiefer Nasopharynxabstrich, Rachenspülwasser) bei stationärer Aufnahme oder Aufnahme zur Geburt wird zum Schutz des Personals empfohlen.

9. Die Anwesenheit einer gesunden Begleitperson unter der Geburt ist möglich und sinnvoll.

10. Eine SARS-CoV-2-Infektion bzw.  COVID-19-Erkrankung stellt keine Kontraindikation zur Regionalanästhesie (PDA/SpA) dar und sollte zu einem frühen Zeitpunkt in Erwägung gezogen werden.  Der Einsatz von Lachgas (N2O) sub  partu  wird  aufgrund  möglicher Aerosolbildung kontrovers diskutiert.

11. Die Anzahl betreuender Personen von SARS-CoV-2-positiv Gebärenden sollte auf ein Mindestmaß begrenzt werden. Das neonatologische, anästhesiologische und ggf. infektiologische Team sollte frühzeitig und kontinuierlich informiert werden.

12. Eine Trennung von Mutter und gesundem Kind ist bei SARS-CoV-2-Infektion bzw. COVID-19-Erkrankung nicht erforderlich, wenn Hygieneregeln und Maßnahmen zur Vermeidung einer Virusübertragung eingehalten werden. Haut-zu-Haut Kontakt zwischen Mutter und Kind soll unter Einhaltung der Hygieneregeln und -maßnahmen  (Händedesinfektion, MNS, kein Schleimhautkontakt, u.a. kein Küssen) ermöglicht werden.  


Das vorliegende Update versteht sich als Fortschreibung der bereits publizierten Empfehlungen der
deutschen geburtshilflichen und pädiatrischen Fachgesellschaften zur Versorgung infizierter
Schwangerer und deren Neugeborenen. In zwei Teilen werden
1) PRAKTISCHE EMPFEHLUNGEN mit jeweiliger kurzer Erläuterung sowie
2) HINTERGRUNDINFORMATIONEN als Review des aktuellen Wissenstandes über SARS-
CoV-2/COVID-19 in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett dargestellt.
Das Update nimmt Stellung zu den Kernfragen der prä-, peri- und postnatalen Betreuung bei SARS-
CoV-2 und COVID-19, auf Grundlage der bis 09/2021 verfügbaren Publikationen, der CRONOS-
Registerdaten bis 08/21 sowie der gültigen STIKO- und RKI-Empfehlungen und wird im Konsens
der nachfolgenden Fachgesellschaften getragen:

Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V. (DGPM)
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG)
Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM)
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e. V. (DGPI)
Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin e. V. (GNPI)
Nationale Stillkommission (NSK)
Die Stellungnahmen basieren auf einem sorgfältig abgestimmten Expert:Innenkonsens und
können sich – insofern neue Erkenntnisse veröffentlicht werden – zeitnah ändern. Die
Verantwortung für das konkrete Vorgehen bleibt bei dem vor Ort medizinisch betreuenden
Team, dessen Entscheidungen durch diese Empfehlung unterstützt werden sollen.


Was sagt diese neuetse Studie aus?
In diesem großen internationalen Register von Patienten mit Rheumaerkrankungen, die gegen SARS-CoV-2 geimpft wurden, hat die überwältigende Mehrheit der Patienten die Impfung gut vertragen. Seltenen Berichten über einen Schub (4,4%, bei 0,6% schwer und nur 1,5% mit Medikamentenwechsel) und sehr seltenen Berichten über schwerwiegende
Nebenwirkungen (0,4%) und Durchbruchsinfektionen, insbesondere bei vollständig geimpften Patienten (0,7 %).

Das Profil der Nebenwirkungen war ähnlich wie bei Patienten ohne Rheumaerkrankungen  / der allgemeinen Bevölkerung. Es handelte sich hauptsächlich um nicht schwerwiegende vorübergehende lokale und systemische Reaktionen.  

Quelle: https://ard.bmj.com/content/early/2021/12/30/annrheumdis-2021-221490.long (Datum: 04.01.2022)

Nein! Beide mRNA Impfstoffe zeigen eine gute Wirksamkeit und haben ein vergleichbares Nebenwirkungsprofil. Aufgrund einer leicht erhöhten Rate von Herzmuskelentzündungen bei Menschen unterhalb des 30. Lebensjahres wird der Moderna Impfstoff in dieser Altersgruppe nicht empfohlen. 

Aufgrund einer ausreichenden Wirksamkeit kann die Auffrischimpfung mit dem Moderna Impfstoff im Regelfall mit der Hälfte der Dosierung welche bei der Grundimmunisierung verwendet wird durchgeführt werden. Nur bei Patienten mit ausgeprägter Immunsuppression wird die normale Dosierung auch in der Indikation der Auffrischimpfung empfohlen.

Es gibt nur sehr wenige Gründe (Kontraindikationen), warum eine Person sich dauerhaft oder vorübergehend nicht gegen COVID-19 impfen lassen kann.

Manche Menschen glauben, sie könnten sich nicht gegen COVID-19 impfen lassen. Die meisten Bedenken kann man jedoch ausräumen. Zu solchen falschen Kontraindikationen gehören u.a.:

  • banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (≤ 38,5 °C) einhergehen
  • Krebserkrankungen, rheumatologische Erkrankungen
  • Allergien (die nicht spezifisch gegen Bestandteile der Impfung bestehen)
  • Behandlung mit Antibiotika oder Kortikosteroiden oder lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten
  • Blutungsneigung/ Einnahme von Gerinnungsmedikamenten
  • Vorbestehende neurologische Erkrankungen wie bspw. Multiple Sklerose
  • Chronische Erkrankungen wie Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen oder Nierenerkrankungen

Nach Einschätzung des RKI können nur sehr wenige Personen (Einzelfälle) aufgrund von Allergien gegen Bestandteile der COVID-19-Impfstoffe nicht geimpft werden In der Regel können Personen, die mit einem der Impfstofftypen (mRNA vs. Vektor-basiert) nicht impfbar sind, mit dem jeweils anderen geimpft werden.

Für den Vektor-basierten COVID-19-Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) gibt es darüber hinaus zwei seltene Kontraindikationen: ein vorbestehendes Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) oder ein Kapillarlecksyndrom. Beides sind sehr seltene Vorerkrankungen (Einzelfälle). In diesen Fällen können mRNA-Impfstoffe verwendet werden.

Kinder unter 12 Jahre können aktuell nicht geimpft werden. Für sie ist kein Impfstoff zugelassen. Daran wird jedoch geforscht, sodass zukünftig mit einem Impfstoff auch für diese Altersgruppe gerechnet werden kann.

Infektionen mit Temperaturen >38 °C sind eine vorübergehende Kontraindikation, nach Abklingen des Fiebers kann geimpft werden.

Viele andere Personengruppen können zwar geimpft werden, möglicherweise ist die Impfung bei ihnen aber weniger wirksam. Das betrifft Personen mit Immundefizienz. Dies heißt aber nicht, dass alle diese Personen nicht auf die Impfung ansprechen. Selbst unter schwer immunsupprimierten Personen, wie z.B. Krebspatienten unter bestimmten Chemotherapien oder Organtransplantierten, ist das Ansprechen auf die Impfung sehr unterschiedlich.

Viele Patient:innen und auch manche Ärzt:innen fürchten vermehrte Komplikationen durch COVID-19-Impfungen bei Immundefizienz. Teilweise wird diese Gefährdung als so hoch eingeschätzt, dass auf wirksamen und möglicherweise dringend indizierten Impfschutz verzichtet wird. Die Impfung immundefizienter Patient:innen ist jedoch besonders wichtig, da diese ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben. Deshalb wird hier in der Regel besonders zu einer Impfung geraten.

QUELLE: RKI Stand: 01.09.2021

Bei Allergien gegen einzelne Inhaltsstoffe gibt es von Seiten des RKI folgende Empfehlung: siehe HIER

 „Was offensichtlich viele Menschen unter Langzeitfolgen verstehen, nämlich dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19-Impfung nicht auftreten. Das ist ein Missverständnis, das sich bei vielen Menschen hartnäckig hält. Was man bei Impfungen unter Langzeitfolgen versteht, sind Nebenwirkungen, die zwar innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auftreten, die aber so selten sind, dass es manchmal Jahre braucht, bis man sie mit der Impfung in Zusammenhang gebracht hat. Man muss bedenken, dass mittlerweile sieben Milliarden Dosen an Menschen mit Covid-19-Impfstoff verimpft worden sind. Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar.

Quelle: Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie

Eine Ende Oktober 2021 im Fachblatt The Lancet veröffentlichte Studie  beobachtet, dass der Impfschutz ab sieben Tagen nach der Booster-Impfung eintrat. Verglichen wurden zwei Bevölkerungsgruppen: Die eine Gruppe, hatte eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die erste Impfserie der anderen Gruppe war mindestens fünf Monate her. Eine Studie aus Israel ergab wiederum, dass sich die Infektionen in der Gruppe mit Auffrischungsimpfung ab 12 Tagen nach der Verabreichung um den Faktor 11,3 gegenüber der Gruppe ohne Auffrischungsimpfung verringert hatten. Die Rate der schweren Erkrankungen war um den Faktor 19,5 niedriger, als bei der Gruppe ohne Auffrischungsimpfung. Folglich ist davon auszugehen, dass der Impfschutz der Booster-Impfung nach etwa sieben bis 12 Tagen einsetzt.

Stand: 08.12.2021

In Deutschland werden bisher keine Totimpfstoffe gegen das Coronavirus verimpft - in anderen Ländern schon. Und für einen könnte noch in diesem Jahr hier eine Zulassung beantragt werden. 

Was ist der Unterschied zu mRNA- und Vektor-Impfstoffen?

Die mRNA-Impfstoffe (mRNA steht dabei für messenger ribonucleic acid - Boten-Ribonukleinsäure) konfrontieren einige wenige Körperzellen mit Teilen der Erbinformation des Virus, die in der mRNA gespeichert ist. Diese liefert den Bauplan für einzelne ungefährliche Virusproteine, die als Antigene bezeichnet werden. Die Antigene aktivieren wiederum das Immunsystem und rufen im Erfolgsfall die schützende Immunantwort hervor.

Das Prinzip des Vektorimpfstoffs kam als verträglicher und wirksamer Impfschutz gegen Ebola zum ersten Mal zum Einsatz. Ein abgeschwächtes, für den Menschen harmloses Virus dient dabei als Transportmittel (Vektor) für einen ungefährlichen Teil der Erbinformation des Coronavirus. Vektorimpfstoffe enthalten den Bauplan für ein oder mehrere Antigene, die das Immunsystem aktivieren. Der Impfstoff von Astrazeneca setzt hier an der gleichen Stelle an wie die mRNA-Impfstoffe.

Beiden Impfstoffarten ist also gemein, dass sie genetische Informationen mit dem Bauplan des Spike-Proteins enthalten. Dieses Eiweißmolekül sitzt an der Oberfläche des Coronavirus und erlaubt ihm, an menschliche Körperzellen anzudocken. Eine Impfung regt die Zellen an der Einstichstelle an, für kurze Zeit dieses Spike-Molekül zu bilden. Darauf reagiert das Immunsystem, behält das Spike-Protein im Gedächtnis und ist für die Abwehr vorbereitet, wenn es später mit dem echten Virus konfrontiert wird.

Vorteile und Nachteile von Totimpfstoffen

Totimpfstoffe werden nach einer bewährten, aber keineswegs simplen Methode hergestellt, die es erlaubt, relativ schnell große Mengen von Impfstoff herzustellen. Ein weiterer Vorteil ist die lange Lagerfähigkeit. Sie können bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad Celsius mehrere Jahre lang aufbewahrt und bis zu 24 Stunden lang bei Raumtemperatur eingesetzt werden. Damit sind sie ideal, um auch in entlegenen Teilen der Erde verabreicht zu werden.

Totimpfstoffe haben an sich seltener Nebenwirkungen, allerdings lässt der Impfschutz im Allgemeinen mit der Zeit nach - im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen. Eine Auffrischung ist in manchen Fällen nach wenigen Jahren notwendig. Bei FSME zum Beispiel ist das je nach Alter nach drei bis fünf Jahren der Fall. Bei anderen Krankheiten wie Diphtherie oder Tetanus ist eine erneute Schutzimpfung erst nach fünf bis zehn Jahren notwendig.

Im Fall von SARS-CoV-2 ist bei diesen Vakzinen ein Verstärker notwendig, um eine Immunreaktion hervorzurufen. Dieser kann grippeähnliche Symptome auslösen. Prinzipiell sind Totimpfstoffe aber gut verträglich - und zwar für alle Altersgruppen und auch Risikopatienten. Und damit könnten auch Impfskeptiker abgeholt werden, die sich vielleicht noch vor den verhältnismäßig neu entwickelten mRNA-Impfstoffen fürchten - Totimpfstoffe gibt es schon lange und man kennt sie von verschiedenen anderen Impfungen.

Ihnen gemein ist allerdings auch (vor allem bei denen aus China), dass sie in Wirksamkeitstests schlechter abschneiden als die mRNA-Impfstoffe - insbesondere auch gegen die neuen Virusvarianten. Das könnte daran liegen, dass bei den mRNA-Impfstoffen die Zellen selbst anfangen, Virusbestandteile herzustellen. Die aktivieren das Immunsystem, umfänglich Antikörper herzustellen. Bei den Totimpfstoffen passiert das nicht.

Welche Kandidaten gibt es und wo wird schon Totimpfstoff geimpft?

Derzeit werden bereits vier Totimpfstoffe gegen das Coronavirus auf der Welt verimpft - einige nur in bestimmten Ländern. Weitere befinden sich noch in den Phasen der klinischen Studien. Die chinesischen Unternehmen Sinovac (mit dem Impfstoff CoronaVac) und Sinopharm haben bereits beide Totimpfstoffe entwickelt.

WIBP-CorV (Sinopharm)

Sinopharm hat mit BBIBP-CorV und WIBP-CorV bereits zwei Vakzine auf dem Markt. Zweiterer hat seit Februar 2021 eine volle Marktzulassung in China und eine Notfallzulassung in Nordmazedonien, Peru, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela. WIBP-CorV schützt zu 72,8 Prozent vor symptomatischen Verläufen und zu 100 Prozent vor schweren Verläufen.

BBIP-CorV (Sinopharm)

Mit BBIBP-CorV war Sinopharm die erste chinesische Pharmafirma, die eine Zulassung der WHO für einen Corona-Impfstoff bekommen hat - am 7. Mai 2021 bekam der Impfstoff eine Notfallzulassung und wird seitdem im Rahmen des Covax-Programms verimpft, das ärmere Länder mit Impfstoff versorgen soll. Eine volle Marktzulassung hat das Vakzin neben China in Bahrain, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten, eine Notfallzulassung in über 80 Ländern.

CoronaVac (Sinovac)

Sinovac kann sich Hoffnungen auf die Zulassung seines Impfstoffes in der EU machen. Am 4. Mai leitete die EMA ein rollierendes Verfahren zur Prüfung ein. In China ist das Vakzin seit Februar 2021 zugelassen. Die WHO hat CoronaVac am 1. Juni 2021 die Zulassung erteilt. Der Impfstoff kommt mittlerweile in mehr als 50 Ländern, darunter Chile und Botswana, zum Einsatz.

BBV152 (Bharat Biotech)

BBV152 oder auch Covaxin genannt, wurde von der indischen Firma Bharat Biotech und dem Indian Council of Medical Research entwickelt. Anfang Januar 2021 bekam der Impfstoff eine Notfallzulassung in Indien, obwohl die klinische Phase-III-Studie noch nicht abgeschlossen war, was vermehrt zu Kritik führte. Dennoch wird der Totimpfstoff in 20 Ländern weltweit eingesetzt.

Wie ist die Totimpfstoff-Entwicklung in Europa?

Der französisch-österreichische Hersteller Valneva mit seinem Impfstoff-Kandidaten VLA2001 hat im April 2021 die Phase-III-Studie gestartet und könnte es als erstes nach Deutschland schaffen. Er ist derzeit auch der einzige europäische Kandidat, wenn es um Totimpfstoffe geht. Diesem muss ein Wirkungsverstärker zugesetzt werden - in dem Fall Alum (Aluminiumhydroxid) und CpG 1018. Von VLA2001 braucht es ebenfalls zwei Impfdosen, im Abstand von 28 Tagen.

In einer weiteren Phase-III-Studie, die im August 2021 gestartet wurde, wird in Neuseeland als Basis eine andere Virusvariante getestet und mit der ursprünglichen verglichen. Vor allem soll hier die Wirksamkeit bei älteren Menschen untersucht werden. Das geht in Neuseeland gut, da dort die Impfquoten noch relativ gering sind und man genug Probanden in allen Altersgruppen findet.

Parallel läuft in Großbritannien noch eine Vergleichsstudie mit Astrazeneca mit über 4.000 Teilnehmenden. Doch am 13. September 2021 zog die britische Regierung ihren Auftrag mit Valneva zurück - eine Bestellung von 100 Millionen Corona-Impfdosen. Zu den Gründen machte die britische Regierung vorerst keine Angaben. Die Ergebnisse der Phase-III-Studie werden für Oktober erwartet. 

Wann kommt der erste Totimpfstoff zu uns?

Für das Jahr 2022 hat das Gesundheitsministerium 204 Millionen Dosen Impfstoff bestellt. Damit kann jeder Deutsche mindestens zweimal geimpft werden, wenn die bisherigen Impfungen in ihrer Wirkung nachlassen. Dabei fliegen aber einige Impfstoffhersteller raus. Das betrifft vor allem Astrazeneca, aber auch den deutschen Hersteller Curevac, dessen mRNA-Vakzin in Tests nur eine geringe Wirksamkeit aufwies und noch gar nicht zum Einsatz kam.

Neben Biontech (84,4 Millionen bestellte Dosen), Moderna (31,8 Millionen Dosen) und Johnson & Johnson (18,3 Millionen Dosen) sollen aber auch drei neue Impfstoffe von Herstellern in Deutschland zum Einsatz kommen: Novavax aus den USA (wenn die Zulassung planmäßig erfolgt - 16,3 Millionen Dosen) und Sanofi aus Frankreich (bei Zulassung 42,7 Millionen Dosen) - beides proteinbasierte Impfstoffe - und der französisch-österreichische Hersteller Valneva (elf Millionen Dosen). Damit wäre Valneva der erste Totimpfstoff in Deutschland. 

Fazit zu den Totimpfstoffen

Es wird noch einige Monate dauern, bis der erste Totimpfstoff in Deutschland verimpft werden kann. Weil die Methode an sich sehr gut verträglich ist, wird sie für viele andere Impfungen bereits angewandt und kann so vielleicht Menschen überzeugen, die sich jetzt noch nicht impfen lassen wollen. Sie wurden in den vergangenen Jahren milliardenfach in Impfungen gegen Zecken, Grippe, Tollwut oder Hepatitis verwendet - auch bei Kindern. Und einem Totimpfstoff ist es egal, was vorher geimpft wurde. Er lässt sich also auch gut als Auffrischungsimpfung nutzen.

Doch sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass die bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe eingängig geprüft und sicher sind sowie vor einem schweren Covid-19-Verlauf schützen. Auch mit den mRNA-Impfstoffen wurden in den letzten Monaten weltweit über 500 Millionen Menschen vollständig immunisiert. "Es gibt kaum einen Impfstoff, der so gut und breit untersucht wurde, wie das inzwischen die mRNA-Vakzine sind", so Virologin Ulrike Protzer von der TU München

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wissen/impfung-corona-sollte-man-auf-die-totimpfstoffe-warten,SgS4EB1

Wir beschreiben die ersten Erfahrungen von Erwachsenen mit systemischen rheumatischen Erkrankungen, die den Impfstoff COVID-19 erhalten haben.
Methoden

Vom 2. April bis zum 30. April 2021 führten wir eine internationale Online-Umfrage unter Erwachsenen mit systemischer rheumatischer Erkrankung durch, die mit COVID-19 geimpft wurden. Wir sammelten Patientendaten zur Kommunikation mit dem Arzt, zu den Überzeugungen und Absichten bezüglich des Absetzens krankheitsmodifizierender Antirheumatika (DMARDs) zum Zeitpunkt der Impfung sowie zu den von den Patienten gemeldeten unerwünschten Ereignissen nach der Impfung.
Ergebnisse

Wir analysierten 2860 Erwachsene mit systemischen rheumatischen Erkrankungen, die eine COVID-19-Impfung erhielten

  • Durchschnittsalter:  55,3 Jahre, 86,7 % weiblich, 86,3 % weiß
  • COVID-19-Impfstoffe: Pfizer-BioNTech (53,2 %), Oxford/AstraZeneca (22,6 %), Moderna (21,3 %), Janssen/Johnson & Johnson (1,7 %) und anderen (1,2 %)
  • Rheumatische Erkrankung: rheumatoide Arthritis (42,3 %)
  • Therapie: 81,2 % der Befragten nahmen ein DMARD ein

Nach der Impfung berichteten die Patienten am häufigsten über:

  • Müdigkeit/Somnolenz (33,4 %)
  • Kopfschmerzen (27,7 %)
  • Muskel-/Gelenkschmerzen (22,8 %)
  • Fieber/Schüttelfrost (19,9 %)

Rheumatische Krankheitsschübe, die eine Änderung der Medikation erforderlich machten, traten bei 4,6 % auf.
Fazit:  Bei Erwachsenen mit systemischen rheumatischen Erkrankungen, die mit COVID-19 geimpft wurden, waren die von den Patienten gemeldeten unerwünschten Ereignisse typisch für die Allgemeinbevölkerung. Die meisten Patienten waren bereit, die DMARDs vorübergehend abzusetzen, um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu verbessern. Die relativ geringe Häufigkeit von Schüben rheumatischer Erkrankungen, die eine medikamentöse Behandlung erforderlich machten, war beruhigend.

Quelle:  Early experience of COVID-19 vaccination in adults with systemic rheumatic diseases: results from the COVID-19 Global Rheumatology Alliance Vaccine Survey. RMD Open. 2021 Sep;7(3):e001814. doi: 10.1136/rmdopen-2021-001814. PMID: 34493645; PMCID: PMC8424419.

Impfreaktionen signalisieren, dass sich der Körper mit dem Erreger auseinandersetzt: Das Immunsystem erkennt den Erreger bzw. den Impfstoff als fremd, wird daraufhin aktiviert und bildet Antikörper. Fachleute bezeichnen die COVID-19-Impfstoffe als sehr reaktogen, das heißt sie lösen eine sehr starke Immunantwort aus. Die typischen, vorübergehenden Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Fieber treten daher etwas häufiger und mitunter stärker auf als zum Beispiel nach einer klassischen Grippeimpfung.

Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Corona-Schutzimpfung weniger wirksam ist oder man schlechter geschützt ist, wenn keine oder nur milde Impfreaktionen auftreten. Studien zeigen: Auch bei Menschen, die keine Beschwerden nach der Corona-Schutzimpfung haben, liegt die Wirksamkeit der Impfstoffe bei bis zu 95 Prozent. Das heißt: Auch Geimpfte, die keine spürbaren Impfreaktionen haben, bauen einen effektiven Schutz vor dem Coronavirus auf. 

Im Einklang mit den von vielen Mitgliedstaaten bereits ergriffenen Maßnahmen hat eine zunehmende Zahl klinischer Studien die Möglichkeit untersucht, zwei verschiedene COVID-19-Impfstoffe zu verwenden, und zwar entweder für die erste und zweite Dosis einer Erstimpfung, was als heterologe Erstimpfung bezeichnet wird, oder eine dritte Dosis eines anderen COVID-19-Impfstoffs als Auffrischungsimpfung drei bis sechs Monate nach einer Erstimpfung (heterologes Boosten).

Die Erkenntnisse aus Studien zur heterologen Impfung deuten darauf hin, dass die Kombination von viralen Vektorimpfstoffen und mRNA-Impfstoffen gute Antikörperspiegel gegen das COVID-19-Virus (SARS-CoV-2) und eine stärkere T-Zell-Antwort hervorruft als die Verwendung desselben Impfstoffs (homologe Impfung), unabhängig davon, ob es sich um eine Erst- oder Auffrischungsimpfung handelt. Die heterologen Schemata wurden im Allgemeinen gut vertragen.

Die Verwendung eines viralen Vektorimpfstoffs als zweite Dosis bei der Erstimpfung oder die Verwendung von zwei verschiedenen mRNA-Impfstoffen ist weniger gut untersucht.

Details:  Auszüge aus der EMA-Empfehlung:
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-ecdc-recommendations-heterologous-vaccination-courses-against-covid-19

Lediglich bei sehr schwer immundefizienten Personen mit einer stark verminderten Impfantwort (Gruppe wurde an anderer Stelle klar definiert) soll frühestens 4 Wochen nach der 3. Impfstoffdosis eine serologische Untersuchung auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein erfolgen. Sollten nach der 3. Impfstoffdosis sehr niedrige oder keine spezifischen Antikörper messbar sein, sind die betroffenen PatientInnen über den möglicherweise fehlenden Immunschutz aufzuklären.

Quelle RKI

Wie hoch ist die Gefahr der Integration von mRNA-Impfstoffen ins Genom?

Es besteht kein erkennbares Risiko einer Integration von mRNA in das humane Genom. Beim Menschen befindet sich das Genom in Form von DNA im Zellkern. Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass die von den Körperzellen nach der Impfung aufgenommen mRNA in DNA umgeschrieben wird.

Stand: 26.10.2021

Auch in Deutschland treten vermehrt Corona-Infektionen auf, die in Zusammenhang mit den bekannten Varianten stehen. Schützen die zugelassenen Impfstoffe auch gegen die mutierten Erreger?

Ja. Die verfügbaren Impfstoffe wirken auch gegen die verschiedenen Varianten des Coronavirus. Studienergebnisse zeigen, dass die Schutzwirkung allerdings nur bei einer vollständig abgeschlossenen Impfserie besteht.

Nach aktuellem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass die Wirksamkeit der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe prinzipiell ähnlich sind. Sollte die Wirksamkeit der Impfstoffe jedoch durch weitere Mutationen der hier zirkulierenden Viren erheblich absinken, wäre es den Impfstoffherstellern möglich, die verfügbaren COVID-19-Impfstoffe innerhalb weniger Wochen entsprechend anzupassen. Alle Hersteller haben inzwischen angepasste Impfstoffe in der klinischen Entwicklung. Mit ersten Zulassungen dieser angepassten Impfstoffe ist in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu rechnen.

Mehr Informationen können Sie unserem Artikel "Wie gefährlich sind die Coronavirus-Varianten?" entnehmen.

Stand: 16.11.2021

Führt die Impfung zur Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Vor der Zulassung der Impfstoffe werden diese umfangreich geprüft. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden könnten. 

In sozialen Medien kursierte, dass eine Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen könne, weil sich Spikeproteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln. Daraus wurde geschlussfolgert: Bildet der Körper der Geimpften nach der Impfung Antikörper gegen das Spikeprotein des Coronavirus, richten sich diese auch gegen das Syncytin-1-Protein und beeinträchtigen somit die Bildung einer Plazenta. Da die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen aber so minimal ist, kann eine Kreuzreaktion des COVID-19-Impfstoffs ausgeschlossen werden.

Selbst wenn sich Corona-Antikörper tatsächlich gegen das Syncytin-1-Protein richten könnten, hätte dies bei einer COVID-19-Erkrankungen durch die Antikörperbildung zu erhöhten Zahlen an Fehlgeburten oder Komplikationen führen müssen – dies ist aber nicht der Fall. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung generell für Schwangere und Stillende. Nach einer systemischen Aufarbeitung neu verfügbarer Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft und der Effektivität und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden, bewertete die STIKO die COVID-19-Impfung für Schwangere und Stillende als sicher und wirksam. Auch Frauen mit potentiellem Kinderwunsch empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung ausdrücklich, damit bereits vor Eintritt der Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor einer Erkrankung besteht.   

Mehr zum Thema Corona-Schutzimpfung und Unfruchtbarkeit lesen Sie in diesem Artikel. 

Stand: 03.11.2021

Stimmt es, dass die Corona-Schutzimpfung für Menschen mit einer Rheumaerkrankung potentiell gefährlich sein kann? 

Nein, das stimmt nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) schreibt in ihrer Empfehlung vom 06.04.2021: "Abgesehen von bekannten Allergien gegen Impfstoffkomponenten gibt es keine Kontraindikationen für die COVID-19-Impfung. Das gilt auch für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und für Patienten unter immunsuppressiver/immun-modulierender Therapie."

Weiter heißt es: "Alle Impfstoffe gegen SARS-CoV-2, die derzeit zugelassen sind, sind keine Lebendimpfstoffe. Diese „Nicht-Lebendimpfstoffe“ sind bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und bei Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie uneingeschränkt einsetzbar."

Und: "Basierend auf den Daten der in Deutschland verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe gibt es derzeit keine krankheitsbedingte Präferenz für einen SARS-CoV-2-Impfstoff gegenüber einem anderen. Daher sollten Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen jeden verfügbaren Impfstoff erhalten unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlungen im Hinblick auf die Altersbegrenzung beim Astra-Zeneca/Oxford-Impfstoff, der nur für Patienten ab dem 60. Lebensjahr empfohlen wird."

Außerdem konnte in einer kleinen deutschen Studie bei fast allen Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine positive Immunantwort (gemessen an der Antikörperbildung) und eine gute Verträglichkeit von SARS-CoV-2-Impfstoffen gezeigt werden.

Weitere Informationen zu Covid-19 in Zusammenhang mit einer Rheumaerkrankung finden Sie auch auf der entsprechenden Seite der DGRh

Stand: 02.09.2021

Stimmt es, dass die Impfung nichts nützt, wenn der Antikörperspiegel sowieso fällt?

Auch wenn die erzeugten Antikörperspiegel nach der Impfung nach einigen Monaten abfallen, kann eine schützende Immunantwort durch eine Impfung erreicht werden. Denn mit einer Impfung werden neben den Antikörpern auch Immunzellen trainiert, die Corona-infizierte Zellen erkennen und zerstören können.

Auch Auffrischungsimpfungen gewährleisten, dass der Impfschutz bestmöglich aufrechterhalten wird. Besonders sollten ältere Personen, Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches und pflegerisches Personal sechs Monate nach der Zweitimpfung eine Auffrischungsimpfung erhalten. Ergänzend können im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung und Entscheidung Auffrischungsimpfungen grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen. Alle Informationen zu diesen Impfungen finden Sie hier und in diesem Artikel.

Stand: 17.11.2021

Stimmt es, dass Impfungen nur an gesunden Personen getestet wurden?

Das ist nicht korrekt. Auch ältere Menschen sowie Risikopatientinnen und Risikopatienten mit bestimmten Vorerkrankungen oder Übergewicht wurden in die klinischen Prüfungen aufgenommen.

Stand: 04.10.2021

Stimmt es, dass Probandinnen und/oder Probanden in den Studien gestorben sind?

Bei klinischen Prüfungen mit großer Patientinnen- und Patientenzahl und einem Einschluss von Menschen mit hohem Alter und längerer Studiendauer ist es möglich, dass im Verlauf der Studie Patientinnen oder Patienten versterben können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff besteht.

Jede aufgetretene Nebenwirkung wird erfasst und jeder Todesfall wird auf einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung von einem unabhängigen Kontrollgremium genau untersucht. Das Paul-Ehrlich-Institut aktualisiert dazu kontinuierlich die Sicherheitsberichte zu den COVID-19 Impfstoffen. Mehr zu Risiken und Nebenwirkungen der Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

Stand: 16.11.2021

Stimmt es, dass Probandinnen und/oder Probanden in den Studien Gesichtslähmung bekommen haben?

Bei der Erprobung von Comirnaty® von BioNTech/Pfizer haben Probandinnen und Probanden vereinzelt von Lähmungserscheinungen berichtet. Die Gesichtslähmungen (Fazialisparesen) traten sowohl in der Gruppe der Geimpften als auch in der Placebo-Gruppe auf und sind somit nicht ursächlich auf die Impfung zurückzuführen. Nach millionenfacher Anwendung des Impfstoffs sind keine Signale in den nationalen Monitoringsystemen zur Impfstoff-Sicherheit bezüglich Gesichtslähmungen nach einer Corona-Schutzimpfung aufgetreten.

Stand: 17.11.2021

Kann die Corona-Schutzimpfung Krankheiten wie Krebs verursachen?

Dafür gibt es keinen Anhaltspunkt. In den durchgeführten Studien zur Untersuchung des Impfstoffs wurde ein solcher Zusammenhang nicht festgestellt. Ein Impfstoff wird nur dann zugelassen, wenn er an ausreichend vielen Personen getestet wurde und bestätigt wurde, dass die Wirkung gegenüber den aufgetretenen Nebenwirkungen deutlich überwiegt. Auch nach der Zulassung wird das positive Nutzen-Risiko-Profil im Rahmen klinischer Prüfungen und weiteren Studien kontinuierlich überprüft. Mehr zur Zulassung der COVID-19-Impfstoffe lesen Sie hier. Die Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts finden Sie hier

Stand: 12.11.2021 

Stimmt es, dass Menschen kurz nach der Impfung gestorben sind?

Ja, aber dies bedeutet nicht, dass diese Todesfälle kausal mit der Impfung zusammenhängen. Werden viele sehr alte Menschen oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen und damit einem erhöhten Sterberisiko geimpft, ist eine gewisse Anzahl von zufälligen Todesfällen, die kurz nach der Impfung auftreten, leider unvermeidlich.

Den gesamten Bericht zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach der Impfung zum Schutz vor COVID-19 des Paul-Ehrlich-Instituts finden Sie hier. Er wird wöchentlich aktualisiert und veröffentlicht.

Stand: 16.11.2021 

Stimmt es, dass in den Impfstoffen Mikrochips enthalten sind?

Solche Annahmen sind Verschwörungsmythen, keine Tatsachen. Diese Behauptung ist nicht wahr. Die Forschung an COVID-19-Impfstoffen wird von unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgeführt. Ihr Ziel ist die Entwicklung eines sicheren und wirksamen Schutzimpfstoffes gegen COVID-19.

Stand: 17.11.2021

FAQ     COVID-19 & Sonstiges 

In Anbetracht der COVID-19-Pandemie führt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Umfrage zur Dokumentation von Patientenfällen mit einer rheumatologischen Erkrankung und einer COVID-19-Impfung durch. Dadurch soll untersucht werden, wie die Impfung von Rheumapatient*innen vertragen wird und ob eventuell Nebenwirkungen auftreten.

Nach der Registrierung gelangen Sie zum Fragebogen. Über einen Zeitraum von 12 Wochen sollen Sie insgesamt 6 Mal in regelmäßigen Abständen online befragt werden. Eine letzte Abfrage folgt nach 12 Monaten, um zu erfahren, ob Sie trotz Impfung an Corona erkrankt sind. Ihre Daten werden dabei geschützt und pseudonymisiert gespeichert. Das heißt, Ihre persönlichen Angaben (wie z. B. Ihre E-Mail-Adresse) können nur durch einen Code, der aus Ihren Angaben generiert wird und geschützt in der Datenbank abgespeichert ist, wieder mit Ihren Antworten zusammengeführt werden, um so zu gewährleisten, dass diese Antworten immer der/m richtigen Patientin/en zugeordnet werden können. Auswertungen und Veröffentlichungen dieser Umfrage erfolgen natürlich anonym, d.h. ohne Nennung oder Rückverfolgbarkeit Ihrer individuellen Angaben.

Die Teilnahme an dieser Umfrage ist selbstverständlich freiwillig und Sie haben zu jederzeit die Möglichkeit Ihre Teilnahme an der Impfumfrage per E-Mail zu beenden. Im Fall eines solchen Widerrufs Ihrer Einwilligung werden Ihre Daten wieder gelöscht.

Mit Ihrer Hilfe hoffen wir hierdurch relevante Informationen zu erhalten, die wir auch nutzen möchten, um zeitnah, national und international über aktuelle Entwicklungen und neue Erkenntnisse zu informieren.

Nur gemeinsam können wir die Herausforderung dieser bisher nicht da gewesenen Krise meistern. Mit Ihrer Hilfe hoffen wir, wichtige Erkenntnisse zu Verträglichkeit und Sicherheit der Corona-Impfung bei rheumatischen Erkrankungen zu gewinnen, die der besseren Beratung und Versorgung aller Rheumapatient*innen zugutekommen sollen. Bitte informieren Sie gerne auch andere Patient*innen mit rheumatologischen Erkrankungen über diese Umfrage.

Wir danken Ihnen für Ihre Mühe und Mitarbeit in dieser wichtigen Angelegenheit. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu dem Projekt haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

Für unseren Kooperationspartner im UKE suchen wir rheumatologische Patienten, die noch keine COVID-19-Impfung bekommen haben, aber nun wünschen eine 1., 2. und 3. Impfungen sich geben zu lassen. Dieses wäre im Rahmen einer Studie möglich, die das UKE durchführt:

PHASE 2b, OPEN-LABEL STUDIE ZUR BEWERTUNG DER SICHERHEIT, VERTRÄGLICHKEIT UND IMMUNOGENITÄT DES IMPFSTOFFKANDIDATEN BNT162b2 BEI IMMUNKOMPROMISIERTEN TEILNEHMERN ≥2 JAHRE ALTER

Beschreibung der Immunantwort auf prophylaktisches BNT162b2 bei Teilnehmern im Alter von ≥2 bis <18 Jahren ohne serologische oder virologische Hinweise auf eine frühere SARS-CoV-2-Infektion und unter immunmodulatorischer Behandlung wegen einer autoimmunen entzündliche Erkrankung (z. B. TNFα-Hemmer, Tofacitinib oder Methotrexat) für eine autoimmune entzündliche Erkrankung (z. B. entzündliche Arthritis wie rheumatoide Arthritis, psoriatische Arthritis und juvenile idiopathische Arthritis sowie entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) mit einer stabilen Dosis, definiert als Erhalt der gleichen Dosis für mindestens 3 Monate (84 Tage) ohne Änderung in den 28 Tagen vor Besuch 1.
 
Offene Studie: 3 Dosen, wobei die ersten beiden Dosen im Abstand von 21 Tagen und die dritte Dosis mindestens 28 Tage und höchstens 6 Monate nach Dosis 2 erfolgt.

AUSSCHLUSSKRITERIEN:

Medizinische Bedingungen:
1. Frühere klinische (basierend auf COVID-19-Symptomen/-zeichen allein, wenn kein SARS-CoV-2-NAAT-Ergebnis nicht verfügbar war) oder mikrobiologisch (basierend auf COVID-19-Symptomen/-Anzeichen und einem positives SARS-CoV-2-NAAT-Ergebnis) mit der Diagnose COVID-19 oder eine frühere klinische Diagnose von MIS-C.
2. Teilnehmer mit aktiver GVHD, Transplantatabstoßung oder PTLD oder Teilnehmer, die die innerhalb von 3 Monaten (84 Tagen) vor der Aufnahme in die Studie (Besuch 1) wegen dieser Erkrankungen (Besuch 1).
3. Teilnehmer <18 Jahre, deren Gewicht unter der 5. Perzentile des altersadjustierten idealen Körpergewichts liegt.
4. Andere medizinische oder psychiatrische Erkrankungen, einschließlich aktueller (innerhalb des letzten Jahres) oder aktiver Suizidgedanken/Verhaltensweisen oder Laboranomalien, die das Risiko der Studienteilnahme erhöhen können die das Risiko der Studienteilnahme erhöhen oder den Teilnehmer nach dem Urteil des Prüfers für die Studie ungeeignet machen Studie ungeeignet machen.
5. Schwere unerwünschte Reaktion in Verbindung mit einem Impfstoff und/oder schwere allergische Reaktion Reaktion (z. B. Anaphylaxie) auf eine Komponente der Studienintervention(en).
6. Blutungsdiathese oder Zustand, der mit anhaltenden Blutungen einhergeht und nach Ansicht des Meinung des Prüfarztes eine intramuskuläre Injektion kontraindiziert.
7. Teilnehmerin, die schwanger ist oder stillt.
8. Teilnehmer, die nach Ansicht des Prüfers aufgrund der Anzahl der Aderlassuntersuchungen während der Studie nach Ansicht des Prüfarztes nicht in Frage kommen.
9. Teilnehmer, die nach Ansicht des Prüfers nicht über eine ausreichende Deltamuskelmasse verfügen, um eine intramuskuläre intramuskuläre Impfung zu ermöglichen, nach Meinung des Prüfarztes.

Vorherige/Begleitende Therapie:
10. Vorherige Impfung mit einem beliebigen Coronavirus-Impfstoff.
11. Laufende oder frühere Behandlung mit Blut-/Plasmaprodukten oder Immunglobulinen innerhalb von 3 Monaten (84 Tagen) vor Dosis 1 oder geplante Einnahme dieser Medikamente vor Dosis 3.  Dosis 3.

Vorherige/gegenwärtige Erfahrung mit klinischen Studien:
12. Teilnahme an anderen Studien mit Studienintervention innerhalb von 28 Tagen vor Studienbeginn
Studieneintritt und/oder während der Studienteilnahme.
13. Frühere Teilnahme an anderen Studien mit LNP-haltigen Studieneingriffen.

Andere Ausschlüsse:

14. Teilnehmer, die direkte Nachkommen (Kinder oder Enkelkinder) von Mitarbeitern des Prüfzentrums der Mitarbeitern von Pfizer/BioNTech sind, die direkt an der Durchführung der Studie beteiligt sind, Mitarbeiter des Prüfzentrums, die anderweitig vom Prüfer beaufsichtigt werden, und ihre jeweiligen Familienangehörigen.
15. Mitarbeiter des Prüfzentrums oder Mitarbeiter von Pfizer, die direkt an der Durchführung der Studie beteiligt sind, Mitarbeiter des Prüfzentrums, die anderweitig unter der Aufsicht des Prüfers stehen, und ihre jeweiligen Familienangehörigen.

Bei Interesse zu weiteren Einzelheiten sprechen Sie uns bitte an: info@rheumatologie.hamburg

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